Internationales Pilotprojekt zur Präventiven Konservierung


Eine der zentralen Säulen der Museumsarbeit stellt das Bewahren und Erhalten, also der fachgerechte Umgang mit den Sammlungsobjekten, dar. Dieser sorgsame Umgang ist eine Voraussetzung dafür, dass Schäden an den Sammlungsbeständen vermieden werden. Doch die Museumsarbeit hält unzählige Aufgaben bereit, sodass im Alltag oft zu wenig Zeit dafür bleibt, sich umfassend um die konservatorisch richtige Handhabung der Objekte zu kümmern.

Dabei ist es oft mit überschaubaren und kostengünstigen Maßnahmen möglich, Schäden an Objekten gar nicht erst entstehen zu lassen, wenn bestimmte Punkte bei Lagerung, Präsentation und regelmäßiger Objektpflege beachtet werden. Der bauliche Zustand, das Klima und die Qualität von Ausstellungs- und Lagerräumen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Schließlich braucht es entsprechend geschultes Personal.
Das Schlagwort dabei ist die Präventive Konservierung: Diese zielt darauf ab, den Umgang mit Museumsobjekten so sorgsam zu betreiben, dass Schäden an den Sammlungsbeständen und somit kostenintensive Restaurierungen weitgehend vermieden werden können.

Vonseiten des Verbundes Oberösterreichischer Museen wollen wird das Thema der Präventiven Konservierung nun in besonderer Weise in den Blick nehmen. Die Qualität bei der Erhaltung der Museumssammlungen soll dabei schrittweise angehoben und ein praxisnahes Angebot für die kontinuierliche Betreuung Ihrer Sammlungen aufgebaut werden.

Einen ersten Schritt dazu bildet ein internationales Kooperationsprojekt mit dem Titel Collection Service - Collectiewacht - Sammlungspflege (CCS).
In Zusammenarbeit mit der Museumsservicestelle Erfgoed Gelderland in der niederländischen Provinz Gelderland und dem Museumsverband Niedersachsen und Bremen e. V. erarbeitete der Verbund Oberösterreichischer Museen die Grundlagen für einen umfassenden Sammlungsscan. Als Vorbild dient der bereits seit Jahren erfolgreich etablierte Sammlungspflegedienst Collectiewacht in der Provinz Gelderland. Aufbauend auf den Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen aus den Niederlanden wurde gemeinsam mit Restauratorinnen und Restauratoren sowie den Museumsberaterinnen und Museumsberatern aus den drei Partnerländern Niederlande, Deutschland und Österreich 2017/2018 ein Pilotprojekt zur Präventiven Konservierung durchgeführt. Finanziert wird dieses internationale Kooperationsprojekt von der Stiftung Niedersachsen, die wiederum Mitglied des Stiftungsbündnisses Kunst auf Lager ist. Den Partnern von Erfgoed Gelderland und der Stiftung Niedersachsen gebührt dafür ebenso ein ganz besonderer Dank für die Zusammenarbeit wie den Kolleginnen und Kollegen vom Museumsverband Bremen und Niedersachsen.

Für den Start dieses Projekts wurde ein anonym auszufüllender Online-Fragebogen erarbeitet. 
Die dabei zwischen 1. Dezember 2016 und 16. Jänner 2017 erhobenen Daten halfen wesentlich, möglichst viele Informationen rund um Konservierungs- und Restaurierungsfragen in den Museen und die Anliegen der Museumsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter im Umgang damit zu erheben.
Auf Basis dieser Daten war es möglich, Maßnahmen zu einer zielführenden Beratung der Regionalmuseen im Bereich der Präventiven Konservierung zu erarbeiten und entsprechende Unterlagen für einen Sammlungsscan zu erstellen. Im Sommer 2017 wurde in zwei Regionalmuseen in Oberösterreich mit umfangreichen Sammlungsbeständen das auf diese Weise erarbeitete System für eine Sammlungsbegutachtung in den primär ehrenamtlich geführten Museen auf seine Praxistauglichkeit getestet und anschließend evaluiert. Im Rahmen eines Abschlusssymposions wurden die Ergebnisse des Projekts mit Kolleginnen und Kollegen aus weiteren europäischen Ländern wie Dänemark und Wales kritisch diskutiert. Zum Abschluss des Projekts ist zudem die Herausgabe einer Publikation geplant, die 2019 erscheinen wird.

Aufbauend auf diesen Erfahrungen soll als Ziel das ständige Angebot einer Sammlungsbegutachtung und eine Unterstützung für die Sammlungspflege in den Museen und Sammlungen Oberösterreichs etabliert werden.

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