27. Juli 2018, 19:00 Uhr
Freier Eintritt

Mühlviertler Schlossmuseum

Schlosshof 2, 4240 Freistadt

Kontakt

Tel.: 07942/72274

Das Jahr 1948 - Eingrenzen: Der eiserne Vorhang teilt Europa - Ausstellungseröffnung

1950: Die Grenze an der Maltsch bei Leopoldschlag. Im Hintergrund die bereits verfallene Osermühle. (Foto: Mühlviertler Schlossmuseum Freistadt)

Nach diesen völkerrechtlich äußerst bedenklichen Aktionen, die die ohnehin instabile Situation noch mehr belasteten, haben die Kommunisten im Februar 1948 die Macht in der Tschechoslowakei übernommen. Ab diesem Zeitpunkt begann man auch die Außengrenzen stark zu befestigen. Es wurde ein "Eiserner Vorhang" quer durch Europa gezogen. Er bildete nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu den Revolutionen im Jahr 1989 die Trennlinie zwischen den marktwirtschaftlich orientierten demokratischen Staaten im Westen und den planwirtschaftlich geleiteten, sozialistischen Diktaturen im Osten.

Die Grenze zwischen dem Mühlviertel und Südböhmen war auch ein Teil dieses "Eisernen Vorhangs". Bis 1989 waren 14 Todesopfer in diesem Abschnitt zu beklagen, hunderte Personen wurden ergriffen und teilweise zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Diese Grenze, die landläufig auch als "tote" Grenze bezeichnet wurde, war trotz der strengen Bewachung auch immer wieder durchlässig. Viele Durchbrüche - útĕky - waren erfolgreich. Südböhmen als Reiseland hat in dieser Zeit beinahe vollkommen seine Attraktivität eingebüßt. Keiner der Mühlviertler wollte zu den "Kommunisten" fahren, noch dazu waren die Grenzformalitäten umständlich und langwierig.

Die Zeit bis zum "Prager Frühling" wird auch als "Kalter Krieg" bezeichnet.

"Am 8. 6. 1946 wurden von den Tschechen alle Bewohner des ehmals zum Schulsprengel Leopoldschlag gehörenden böhmischen Dorfes Neustift ausgesiedelt. Weinend wurden die Leute nach Zettwing gebracht, von dort kamen sie in ein Sammellager und schließlich nach Deutschland."  (Schulchronik Leopoldschlag)

 

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