13. Apr. 2018, 19:00 Uhr
Freier Eintritt

Mühlviertler Schlossmuseum

Schlosshof 2, 4240 Freistadt

Kontakt

Tel.: 07942/72274

Ausstellungseröffnung: Wendezeiten - Hart an der Grenze

1962: Tschechischer Reisebus bei der Einreise nach Österreich beim Grenzübergang Wullowitz (Foto: Zoll- und finanzgeschichtliche Sammlung Freistadt)

Die Bewohner des Mühlviertels lebten mehr als 800 Jahre "Hart an der Grenze". Dies ist sowohl gesellschaftlich wie auch wirtschaftlich zu verstehen. Das Mühlviertel und Südböhmen waren Ungunstlagen in vielerlei Hinsicht: Vorherrschend waren die Randlage, die Höhenlage und die Transitlage. Das alles wurde im Lauf der Geschichte zu einem Markenzeichen für Landschaft und Bewohner.
Diese topografischen Gegebenheiten beeinflussten auch wesentlich die Geschichte dieser beiden Landstriche. Eine Zuspitzung und Kulminierung erfolgte im 20. Jahrhundert. Schlag auf Schlag änderte sich der Charakter der Grenze, der reale Zustand, Grenzbalken senkten und hoben sich. Die Bewohner des Mühlviertels und Südböhmens waren nur Statisten und hatten kaum Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen. Die große Weltgeschichte hat die Mikrogeschichte südlich und nördlich des Böhmerwaldes stark geprägt.

1526 übernahm das Haus Habsburg die Herrschaft über das Königreich und seine Kronländer und gliederte es in die Monarchie ein. Zwischen dem Mühlviertel und Südböhmen existierte zwar eine Grenze, die Bewohner haben diese aber kaum wahrgenommen. Genau 392 Jahre später verschwand das Haus Habsburg und eine neue Staatsgrenze zwischen zwei neuen Staaten ist entstanden, mit Schlagbäumen, Grenzwache und Zollkontrollen. Beide Staaten haben sich in den folgenden Jahren verschieden entwickelt, sowohl politisch als auch wirtschaftlich. Das bekamen die Menschen beiderseits der Grenze auch sehr stark zu spüren.

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