21. Okt. 2015, 19:30 Uhr

Museum der Stadt Bad Ischl

Esplanade 10, 4820 Bad Ischl

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Tel.: 06132/25476

„Das letzte Kapitel“

An diesem Abend widmet sich Wolfram Huber den Erlebnissen bekannter Persönlichkeiten rund um das Kriegsende vor 7o Jahren. Zu Wort kommen etwa Erich Kästner mit seinen Schilderungen aus Berlin, aus dem Zillertal und von der Katastrophe in Dresden, dessen Geschichte auch Erhart Kästner in berührenden Schilderungen ergreift, die aber auch zeigen, wie in schweren Situationen und trotz aller Schicksalsschläge der Mensch innerlich zu überleben versucht und dies auch schafft. Genau dieses Thema eröffnet auch die Pianistin Alice Herz-Sommer, die noch als Kind in ihrer Geburtsstadt Prag mit Franz Kafka spazieren gegangen ist. Mit 4o Jahren werden sie, ihr Mann und ihr sechsjähriger Sohn nach Theresienstadt deportiert, wo sich fast ein Wunder ereignet. Mit der Kraft ihrer Mutterliebe und ihrer Begabung schafft sie es, nicht nur den Häftlingen mit über 1oo Konzerten Trost zu spenden, sondern etwas, was ihr Sohn Raphael später so formulieren sollte. "Inmitten der Hölle hat meine Mutter für mich einen Garten Eden geschaffen". Vor einem Jahr starb bis 111-jährig (!)in London.

Nicht fehlen darf natürlich der weltbekannte Psychotherapeut Victor F. Frankl, "Erfinder" der Logotherapie, der "Lehre vom Sinn". Innerhalb von nur neun Tagen hatte er 1946 nach seiner Befreiung aus Auschwitz, wo er Mutter, Vater und Frau verloren hatte, sein bahnbrechendes Werk "…trotzdem Ja zum Leben sagen" verfasst, wohl eines der wichtigsten Bücher, die jemals der Welt geschenkt wurden, übersetzt in 26 Sprachen. Grundlage seiner inneren Kraft ist Nietzsches Erkenntnis: "Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie". Ausschnitte daraus beinhalten unter anderem die Kapitel "Das Schicksal - ein Geschenk?" und "Was also ist der Mensch?" - Fragen, die jeden von uns auch und gerade heute wieder betreffen.

Zum Abschluss bringt Wolfram Huber seinen selbstverfassten Ausschwitz-Zyklus in Gedicht-Form, ausgehend von der Forderung eines Dichters, man könne nach Ausschwitz keine Gedichte mehr schreiben. Dieser Ansicht stellt Huber seinen Zyklus entgegen.


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