Wilhelm J. Hochreiter | OÖ. Schulmuseum, Bad Leonfelden

Museum persönlich

Wilhelm J. Hochreiter, Bakk.phil., BEd. arbeitet seit 2016, also erst seit zwei Jahren, im OÖ. Schulmuseum in Bad Leonfelden.

Wie bin ich zur Museumsarbeit gekommen?
Ich habe im Rahmen meiner Tätigkeit an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz regelmäßig mit Studierenden das Museum besucht. Gegen Ende meiner beruflichen Tätigkeiten habe ich beim damaligen Leiter, Herrn Konsulent RR Norbert Frühmann angefragt, ob es eine Möglichkeit gibt, im Museum mitzuarbeiten. Ich wollte im Hinblick auf meinen Ruhestand noch eine sinnvolle, bereichernde, ehrenamtliche Aufgabe übernehmen. Bald darauf wurde ich im Team aufgenommen.

In welchem/n speziellen Bereich/en des Museums bin ich tätig?
Begonnen habe ich als Museumsführer. Zunächst neben meiner  beruflichen Tätigkeit, vor allem bei öffentlichen Führungen und im Rahmen einer Sonderausstellung über das Schwindeln. Etwa gleichzeitig mit meinem Pensionsantritt vor ca. einem Jahr habe ich auch die Aufgaben des Kustos übernommen, die der bisherige Obmann wahrgenommen hat. Für diese Funktion habe ich auch die Ausbildung zum Museumskustoden absolviert.
Da der neue Obmann nach knapp einem Jahr aus gesundheitlichen Gründen seine Funktion wieder zurückgelegt hat, wurde ich gebeten, auch die Obmannschaft des Museumsvereins zu übernehmen, die ich nun seit Anfang dieses Jahres 2018 inne habe.

Was macht für mich die Faszination der Museumsarbeit aus?
Mit Museumspädagogik habe ich mich bereits in meiner beruflichen Tätigkeit als Lehrer beschäftigt. Als Klassenlehrer habe ich mit meinen Schülerinnen und Schülern gerne und oft Museen besucht. Ebenso in speziellen Seminaren mit Studierenden der Pädagogischen Hochschule.
Auch privat besuche ich häufig und mit großem Interesse Museen und Ausstellungen.
In unserem Museum kann ich meine langjährigen Erfahrungen als Lehrer und Pädagoge bestens einbringen. Einerseits beim Vermittlungsprogramm, andererseits auch bei der Auseinandersetzung mit der Geschichte der Schule in Österreich, genauer dem "niederen Schulwesen" von den Anfängen der Schule bis in die Nachkriegszeit, die unser Museum dokumentiert.
Neu für mich sind die Fragen der Konservierung, der Sammlung, der Lagerung der Museumsobjekte und auch die vielen organisatorischen Erfordernisse eines Vereins und eines Museums, ebenso die Kontakte mit den örtlichen Behörden, Institutionen und Betreiben.


Was war für mich das bisher schönste Erlebnis in "meinem" Museum?

Es gibt immer wieder sehr schöne Erlebnisse und Erfahrungen im Rahmen meiner Arbeit: Dazu gehören vor allem die Museumsführungen mit interessierten Besucherinnen und Besuchern, die Neugestaltung von Vitrinen, die Forschungsarbeit bei Detailfragen zu den Exponaten, aber auch die Fortbildung mit den Museumsführerinnen- und -führern, die auch zu meinen Aufgaben gehört. Auch Vorträge bei speziellen Tagungen wie vor kurzen in Bremen sowie die Öffentlichkeits- und Pressearbeit sind für mich spannend, reizvoll und auch herausfordernd.

Das wünsche ich mir für die Zukunft der Museumslandschaft allgemein und "meines" Museums:
Wie jeder Museumsleiter wünsche ich mir natürlich ein engagiertes Team, ein interessantes und attraktiv gestaltetes Museum mit vielen, vielen Besuchern.

Speziell für unser Museum habe ich mehrere Wünsche:
Zunächst wünsche ich mir, dass jede Lehrerin und jeder Lehrer, zumindest aus Oberösterreich, das Schulmuseum kennt, ebenso jede und jeder Studierende der Pädagogischen Hochschule als zukünftige/r Lehrerin und  Lehrer an einer Pflichtschule, da das Museum die österreichische Schulgeschichte sehr gut repräsentiert.
Um das Museum attraktiv und ansprechend gestalten zu können, benötigt jedes Museum finanzielle Mittel, so auch wir als ehrenamtlicher Verein. In unserem Fall wünsche ich mir große Unterstützung vor allem von der Stadtgemeinde und dem Land ebenso von den örtlichen Institutionen und Betrieben.
Als kleines Museum platzen wir derzeit mit unserer umfangreichen Sammlung aus allen Nähten. Nach langem Suchen haben wir jedoch nun großzügige Sponsoren gefunden, die uns geeignete Räumlichkeiten als Depot zur Verfügung stellen.

Wilhelm J. Hochreiter, August 2018

www.ooeschulmuseum.at

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