Mühlviertler Museumsstraße

Den Atem anhalten und zurückschauen, wie es einmal war. So könnte die "Zeitreise" und das Motto der "Mühlviertler Museumsstraße" in einem Satz beschrieben werden, denn nirgends in Österreich kann man in einer Region unter einer solchen Vielfalt an Ausstellungsthemen wählen. 25 Museen, Freilichtobjekte und Schausammlungen bilden den Rahmen, um die Wirklichkeiten und das Leben unserer Vorfahren hautnah erleben zu können und den Geist der Vergangenheit in eindrucksvoller Art wieder entstehen zu lassen.

Die Idee der Mühlviertler Museumsstraße wurde im Rahmen der "Dorfentwicklung Freiwald" geboren. Die Gemeinden Grünbach bei Freistadt, Leopoldschlag, Rainbach im Mühlkreis, Sandl, St. Oswald bei Freistadt und Windhaag bei Freistadt bildeten 1988 eine Plattform, die das Projekt der Regionalisierung des Zukunftsforums Freiwald vorangetrieben und realisiert haben. Als Vorbild diente die Idee der französischen "Eco-Musée". "Eco" steht für "Economie" (Wirtschaft) aber auch für "Ecologie" (Ökologie und Umwelt), also für eine Darstellung der Wechselbeziehungen zwischen Umwelt und Mensch. Die sechs Gemeinden nahmen auch den Musealisierungstrend zum Anlass, historische Gebäude am ursprünglichen Standort zu belassen und zu einer Museumsstraße zusammen zu fassen. 1997 wurde daraus resultierend der "Verein Mühlviertler Museumsstraße" gegründet.

Die "Mühlviertler Museumsstraße" zeigt nicht einzelne, aus dem ursprünglichen Umfeld gerissene Exponate in einer Ausstellungssituation, sondern vielmehr museale Objekte an Ort und Stelle in ihrem angestammten Umfeld. Dadurch entsteht ein anschauliches Bild der historischen Mühlviertler Kulturlandschaft.

Die 25 zum Teil sehr kleinen aber thematisch konzentrierten Museen gewähren Einblicke in die Lebens- und Arbeitswelt von früher - eine gleichsam stimmungsvolle Zeitreise in die Welt der Kleinhandwerker, Häusler, Müller, Schmiede, Hafner und Leinfärber. Sonderaustellungen, Seminare und Kurse zählen ebenso zu den angebotenen Aktivitäten wie Kinderprogramm und Handwerkervorführungen. Von Reichenstein über Pregarten, Gutau und Freistadt oder von Pelmberg, Bad Leonfelden, Hirschbach, Sandl bis nach Leopoldschlag reihen sich die musealen Angebote. Die Themenpalette reicht vom Alltagsleben unserer Vorfahren bis hin zu Handel, Verkehr, Handwerk und kunsthistorischen Leckerbissen.

Das Färbermuseum in Gutau beispielsweise widmet sich den Arbeitsvorgängen der Blaudruck-Leinenfärberei und ist ein fixer Bestandteil des jährlichen Färbermarkts. Besucher, die mehr "Geistiges" bevorzugen, werden im 1. OÖ. Schnapsmuseum in St. Oswald und im Mostmuseum in Trosselsdorf fündig. Das Thema Hinterglasmalerei wird im Museum in Sandl ebenso präsentiert wie im Schlossmuseum in Freistadt, das neben dieser herausragenden Hinterglassammlung auch Zeugnisse des städtischen Handwerks, der Zunft, des Kunstgewerbes und der Volkskultur zeigt. Naturwissenschaftlichen Themen widmen sich die Museen in Zwettl an der Rodl mit dem Schwerpunkt "Bienen", das Waldmuseum in Windhaag bei Freistadt und das Waldaist-Stöckl der Gemeinde Tragwein.

Ein sehr beliebtes Ziel stellt auch immer wieder das Pferdeeisenbahnmuseum in Rainbach dar, dessen Luxuswagen "Hannibal" weithin bekannt ist. Der Schwerpunkt des Themas Schmiedekultur hingegen liegt in Lasberg. Hervorzuheben ist auch das Freilichtmuseum in Pelmberg, das im erstmals 1325 erwähnten Denkmalhof "Mittermayr" untergebracht ist und ein lebendiges Bild der historischen Arbeits- und Lebenswelt eines Mühlviertler Bauernhofs vermittelt. Weitum bekannt sind auch jene Bauernmöbel, die in Hirschbach präsentiert werden und stellvertretend für die barocke bäuerliche Wohnkultur des 19. Jahrhunderts stehen. Nicht entgehen lassen sollte man sich auch das OÖ. Schulmuseum in Bad Leonfelden, das in der ältesten Pfarrschule des Landes, im historischen domus disciplinae aus dem Jahre 1577 Schule und Schulgeschichte wieder lebendig werden lässt und das "Hafnerhaus" in Leopoldschlag, das regelmäßig Töpferkurse anbietet.

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