OÖ. Schulmuseum Bad Leonfelden

Das OÖ. Schulmuseum in Bad Leonfelden ist im ehemaligen Pfarrschulhaus der Gemeinde untergebracht. Das Gebäude ist die älteste in Oberösterreich noch erhaltene Pfarrschule, die als domus disciplinae im Jahr 1577 gegründet und bis 1850 als Schule genutzt wurde. Danach war darin bis 1912 das Bezirksgericht untergebracht. Im Urzustand noch erhalten sind der Klassenraum, die sanitäre Ausstattung, die Schulmeisterwohnung und die teilweise spätgotischen Fensterrahmungen.

Die Initiative zur Gründung eines Schulmuseums ging vom Bezirksschulrat Urfahr/Umgebung aus und reicht bis in das Jahr 1980 zurück. Eine Gruppe engagierter ehemaliger Lehrer trieb konsequent die Errichtung des Museums voran, das schließlich im Jahr 1988 eröffnet wurde. 2001 wurde mit der umfangreichen Sammlung an Schulfilmen ein weiterer Schwerpunkt gesetzt. Das Schulmuseum gehört auch zu den tragenden Säulen der Mühlviertler Museumsstraße und ist in ein internationales Netzwerk für Schulmuseen eingebunden.

Auf rund 250m² werden in zehn Schauräumen verschiedene Themen des Schulwesens mit ergänzenden Schwerpunkten zur regionalen Entwicklung der Schulgeschichte des Bezirkes Urfahr/Umgebung präsentiert und mit eindrucksvollen Originalobjekten veranschaulicht. Schwerpunkte der Präsentation bilden unter anderem die Einführung der Schulpflicht durch Kaiserin Maria Theresia, das Zeugniswesen und die Leistungsbeurteilung im Wandel der Zeit sowie das Berufsbild des Lehrers im Laufe der Geschichte. Eine umfangreiche Lehrmittelsammlung, Schulbücher und Schulwandkarten des 19. Jahrhunderts erläutern die unterschiedliche Unterrichtsmethodik und Didaktik, die im Schulalltag vergangener Zeiten zur Anwendung kam. Die Entwicklung des Lesebuchs sowie die Entstehung der Schrift und der verschiedenen Schreibgeräte vom römischen Stilus zur Füllfeder bilden weitere Eckpunkte der Präsentation.

Nicht fehlen darf natürlich das viel diskutierte und nach wie vor aktuelle Thema der Erziehungsmaßnahmen in Schulen. Das Schulmuseum zeigt, wie weit sich Unterricht und Erziehung in vier Jahrhunderten zum Guten gewendet haben. Auch die Entwicklungen des geschlechtsspezifischen Unterrichts werden anhand des Handarbeitsunterrichts erläutert. Der Ausstellungsbereich "Schule unterm Hakenkreuz" erklärt mit vielen Originalobjekten die Abhängigkeit der Schule von Staatsinteressen und die Instrumentalisierung des Schulwesens durch staatliche Obrigkeiten sowie die Erziehungsmethoden der NS-Zeit. Das Schulfilmmuseum ermöglicht es dem Besucher aus einer großen Anzahl an Filmen jenen seiner Wahl zu sehen. Ergänzt wird dieser Themenbereich durch Vorführobjekte von der Laterna Magica bis zur modernen DVD.

Spannend wird es natürlich für den Besucher, wenn er das original eingerichtete Klassenzimmer aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert betritt. Besucher können hier nach Voranmeldung auch an einer historischen Schulstunde teilnehmen und Erinnerungen an die eigene Schulzeit wachrufen.

Speziell für Lehrer hält das Schulmuseum Bad Leonfelden eine Reihe von didaktischem Material für verschiedene Schulstufen bereit. Der Museumsshop bietet ebenfalls eine große Zahl an schulspezifischen Souvenirs, wie Schiefertafeln mit Griffel oder das "Kleinste Schulbuch der Welt", an.


OÖ. Schulmuseum

Böhmerstraße 1, 4190 Bad Leonfelden
Telefon: 07213/6397