Heimatmuseum Schwanenstadt
Das Heimatmuseum Schwanenstadt in der "Pauinger Villa" zeigt vier Schwerpunkte, die sich durch eine klare und übersichtlich-inhaltliche und gestalterische Linie auszeichnen. Beginnend mit Funden aus der Stein- und Bronzezeit sowie Römerzeit gelangt der Besucher durch die optisch einladende Raumgestaltung in die Zeit der Bajuwaren, wo unter anderem zwei Gräber mit Skeletten und Grabbeigaben zu bestaunen sind. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Schwanenstädter Stadtgeschichte, die als besondere Höhepunkte die Stadterhebungsurkunde aus dem Jahr 1627 und die sog. "Schwanenkunde" des Syndicus Franz Prinz von 1812 aufweist. Dass Schwanenstadt auch eine Stadt des Gewerbes und der Zünfte war, wird ebenso anhand zahlreicher Objekte dokumentiert. Sehenswert ist beispielsweise eine Zunftordnung der Müller aus dem Jahr 1594. Platz finden auch das traditionelle Feuerwehrwesen sowie die Volkskultur der Heimatvertriebenen.
Der geschickte Einsatz von Multimedia-Elementen lässt die Zusammenhänge der Themenbereiche gut fassen und die parallel verlaufende "Kinderschiene", wo die Jüngsten auch Objekte anfassen und "begreifen" können, lassen das Heimatmuseum Schwanenstadt zu einem besonderen Lernort werden.
Die Sammlungsgeschichte des Museums reicht bis in das Jahr 1939 zurück, als Anton
Bamberger und Josef Krackowizer den Verein "Heimatmuseum Schwanenstadt" gründeten.
Anfangs in zwei Räumen des Rathauses untergebracht, wuchs der Platzbedarf für die
Sammlungen stetig an, sodass schließlich im Jahr 1948 noch drei weitere Räume für
das Museum hinzugewonnen werden konnten. Die Schwerpunkte des Museums lagen damals
wie heute in den Bereichen Archäologie, Stadtgeschichte, Handwerk und Gewerbe sowie
bäuerlichen Kulturgütern. Über 40 Jahre schlummerten die bedeutenden Funde und
Kulturgüter Schwanenstadts in Räumlichkeiten, die auch aus konservatorischen
Gründen einen möglichen Verlust bedeutet hätten. Ab dem Jahr 2000 wurde mit der
Stadtgemeinde Schwanenstadt über eine bessere Unterbringung der wertvollen
Kulturschätze beraten, bis schließlich im Jahr 2004 mit großzügiger Unterstützung
des Landes Oberösterreich mit dem Kauf der "Pausinger-Villa" "Grünes Licht" zur
Neuaufstellung der Sammlungen gegeben werden konnte.
Diese Entscheidung bedeutet in vielerlei Hinsicht einen Glücksfall, da sich die "Pausinger-Villa" - der Name stammt von den Besitzern Carl und Anna von Pausinger, die das Haus und die Parkanlage 1872 erworben hatten - auf einem bedeutsamen bajuwarischen Gräberfeld errichtet wurde. In den vergangenen 50 Jahren konnten durch Grabungen 98 Gräber aus der bajuwarischen Besiedlungszeit des 6. und 7. Jahrhunderts freigelegt und wissenschaftlich dokumentiert werden. Die Lage der Gräber und deren Inhalt, wie Schmuck, Waffen und Gefäße werden auch im Museum dokumentiert.
Informationen zum Museum:
