Museum Mechanische Klangfabrik
Die Verse "Das klinget so herrlich, das klinget so schön" aus Mozarts Zauberflöte versinnbildlichen die beeindruckende Vielfalt an historischen Musikautomaten in der Mechanischen Klangfabrik Haslach in der ehemaligen Vonwiller-Fabrik. Die Mechanische Klangfabrik verdankt ihre Entstehung dem gebürtigen Haslacher Erwin Rechberger (geb. 1925) und seiner Musikleidenschaft. 1994 eröffnete er das erste österreichische Museum für Musikautomaten.
Die Mechanische Klangfabrik erzählt die Geschichte des musikalischen
Automatenwesens, dessen erste Zeugnisse uns aus dem Zeitalter der Antike
überliefert sind. Größter Beliebtheit erfreuten sich mechanische Musikautomaten ab
dem 18. Jahrhundert. Der Formenreichtum nahm von da an deutlich zu und die
Automaten fanden Eingang in die Salons, Tanzsäle, Kaffee- und Wirtshäuser. Auch auf
Volksfesten und Kirtagen fanden die Musikautomaten mit ihrer aufwendigen
Gestaltung, ihren technischen Geheimnissen und ihrer Verspieltheit bei der
staunenden Menge großen Anklang. Mit der Hochblüte der bürgerlichen Salonkultur im
späten 19. Jahrhundert traten die Automaten ihren Siegeszug an und beherrschen bis
in die Gegenwart das musikalische Geschehen - lediglich die Bezeichnung ist heute
eine andere.
Das Museum lädt den Besucher auf eine stimmungsvolle Reise in die vielschichtige
Welt der "klingenden Wunderwerke" ein. Das Museum ist in sechs große Themenbereiche
gegliedert. Zu Beginn des Rundgangs begegnet man jenem mechanischen Tretklavier mit
Papierrolle, das einst den Ausgangspunkt für die Sammelleidenschaft Rechbergers
bildete. Die funktionstüchtigen Museumsobjekte werden bei Museumsführungen auch in
ihrer klanglichen Vielfalt zu Gehör gebracht. Die Themen Mechanisierung der
Musik, Ballsaal, Wirtshaus, Café und Marktplatz werden anhand beeindruckender
Exponate vorgestellt. Drehorgeln und Drehleiern, mechanische Zithern, Spielwerke,
elegante Grammophone, automatische Klaviere und Akkordeons, Tanzorgeln, mechanische
Figuren und Radios illustrieren die Entwicklung der mechanischen Musikinstrumente
vom Barock bis in die Gegenwart. Historische Information und technisch raffinierte
Details werden erläutert und in Form ausgesuchter Musikproben lebendig
dargeboten.
Ein spezieller Bereich ist der Büroautomatisation gewidmet, denn die sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts abzeichnende Chance, Klang mechanisch zu konservieren, hatte nicht nur Musikbegeisterte fasziniert. Einer der Wegbereiter dieser Entwicklung war Thomas A. Edison, dessen "Phonograph" aus dem Jahr 1895 ebenfalls in der Ausstellung zu bewundern ist.
Das Museum mechanische Klangfabrik Haslach verzaubert und informiert Besucher mit einem ungewöhnlichen und anregenden Seh- und Klangerlebnis. Einen Einblick in das Museum kann man sich auch auf der informativen Homepage des Museums verschaffen. Dort stehen ausgewählte Audio-Files zu verschiedenen mechanischen Musikinstrumenten zum Download bereit.
