Krämereimuseum Gerstlhaus Schenkenfelden
Hauptschwerpunkt des kleinen, feinen Museums ist eine Krämerei aus dem frühen 19. Jahrhundert mit allen dazugehörigen Requisiten, die man in vergangenen Zeiten in einem einzigen Geschäft abdecken konnte - Produkte des täglichen Bedarfs, Lebensmittel, Hausrat, Werkzeuge und landwirtschaftliche Geräte. Darüberhinaus kann im "Gerstlhaus" eine original erhaltene Poststelle aus dem Jahr 1869 mit angeschlossener Tabak-Trafik bestaunt werden, bei der man den Eindruck gewinnt, als hätte der Beamte gerade seinen Schalter verlassen. Museumsbesucher/-innen erhalten einen Einblick in die Arbeit der Postbediensteten, die im Vergleich zu modernen Postschaltern im Zeitalter der Tele- und Medienkommunikation einen lehrreichen Kontrast bildet.
Ein weiteres Schmuckstück des Museums ist eine ländliche Biedermeierstube, die sich
damals nur wohlhabende Marktbürger leisten konnten. Möbel, Gläser, kostbarer
Zierrat, aber auch Objekte der Alltagsreligiosität sind zu bestaunen. Eine
Besonderheit der Sammlung stellt ein Hammerklavier der Wiener Werkstätte "Anton
Walter und Sohn" aus dem Jahre 1813/14 dar. Mit einer verbesserten Mechanik und
einer größeren Tragfähigkeit im Ton prägten diese Erzeugnisse den "Wiener
Klangstil". Von den zahlreichen Instrumenten, die die Werkstätte verließen, sind
nur wenige erhalten geblieben. Experten zufolge sollen lediglich drei Exemplare die
Wirren der Zeit überlebt haben - von diesen ist allerdings das Instrument in
Schenkenfelden das einzige, das in Konzerten mit seinem faszinierenden,
unnachahmlichen und für die Klaviere der Walter'schen Manufaktur typischen Klang
noch immer verzaubert.
