,Gute Stube‘ (Landlerische Stube um 1900)

Heimat- und Landlermuseum Bad Goisern
Oberösterreich

Wohnkultur der Landler in Siebenbürgen - die ,gute Stube'

Das Landlermuseum, seit 1992 im Erdgeschoß des Bad Goiserer Heimatmuseums eingerichtet, gibt einen Überblick über die 275-jährige Geschichte und die Lebensweise der Landler, einer ethnischen Gruppe in Siebenbürgen im heutigen Rumänien. Sie ist einerseits geprägt von ihrer altösterreichischen Herkunft, andererseits durch das Zusammenleben mit anderen Völkergruppen.

Die Anordnung der Möbel im Raum folgte festen Regeln. In der vorderen Zimmerecke zum Hof hin befand sich der Tisch, meistens ein Rumpftisch, gegenüber das hohe Bett mit den aufgestapelten Paradekissen. Eine Lehnbank oder zwei Stühle standen davor. An das Paradebett schloss ein Schubladenkasten an, der das Kirchengewand enthielt. Die Einrichtung der 'guten Stube' in den Landler-Häusern in Siebenbürgen (Neppendorf, Großau und Großpold) vereint Möbelstücke unterschiedlicher Herkunft zu einem unverwechsel-baren funktionalen Ganzen. Die Möbeltypen entstammen zum Teil der bürgerlichen Wohnkultur des 18. Jahrhunderts und wurden durch die zünftischen Schreinerwerkstätten vermittelt. Die ausgeprägte Vorliebe für Textilien als Prestigeobjekte im Raum ist deutlich zu erkennen.

In der ,guten Stube' versammelte sich die Landlerfamilie mit der ganzen Anverwandtschaft nur zu festlichen Anlässen (Taufe, Konfirmation, Verlobung, Hochzeit, Begräbnis) beim gedeckten Tisch, auch gab diese Stube an jedem Sonntagvormittag beim ersten Glockenläuten den feierlichen Rahmen zum Einkleiden für den Kirchgang ab.

Weitere Themen im Landlermuseum Bad Goisern sind die landlerische Alltags- und Festkultur, die Arbeitswelt der Landler (Zimmerleute, Weinbauern, Blumenhändlerinnen und Hausfrauen), Brauchgeschehen sowie Kirche und Schule.

Heimat- und Landlermuseum Bad Goisern
Kurparkstraße 10
4822 Bad Goisern
+43/ 6135/ 6530  oder +43/ 664 35 222 99
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Foto: Heimat- und Landlermuseum Bad Goisern