Färbermuseum

Kontakt und Öffnungszeiten

St. Leonharder Straße 3
4293 Gutau


www.oberoesterreich.at/gutau

Öffnungszeiten:
1. Mai bis 31. Oktober:
Führungszeiten:
Mittwoch 10:00 und 11:00 Uhr
Freitag 15:00 und 16:00 Uhr
1. Sonntag im Monat 14:00 und 15:00 Uhr

Führungen jederzeit gegen Voranmeldung
Führungsdauer: 45 Minuten

Eintritt:
Erwachsene: 3,00
Senioren und Gruppen ab 10 Pers.: 2,50
Kinder und Schüler: 2,00
Für Gruppen unter vier Personen wird außerhalb der Öffnungszeiten ein Pauschalbetrag von 12,00 eingehoben.

Auskunft:
Alfred Atteneder, Tel.: 0676/8366 7507
E-Mail: atteneder.alfred@aon.at

Träger:
Färbermuseum Gutau e.V.

Beschreibung

Die Textilwirtschaft war einst eine der tragenden Säulen des Mühlviertels. Die "Weberstraße" erinnert heute noch an diese Tatsache. Das Färberhandwerk, das im Mühlviertel seit dem 17. Jahrhundert angesiedelt war, erlebte seine Blüte mit dem Flachsbau und den unzähligen häuslichen Leinenwebereien. Eines der bemerkenswerten Baudenkmäler des Färbergewerbes dieser Zeit ist das Färberhaus in Gutau. In seinen Räumen, die heute als Museum eingerichtet sind, wurde noch bis 1968 das Färberhandwerk ausgeübt. Auffallend an diesem ländlichen Barockbau aus dem 17. Jahrhundert, dessen Grundmauern ins 14. Jahrhundert zurückgehen, sind das große Schopfwalmdach für den Trockenboden und der hölzerne Gewandgang, der zur Belüftung des Trockenbodens diente.

Der Niedergang der Linzer Wollzeugfabrik im Jahr 1850 riss auch die einst 21 florierenden Webereien des Mühlviertels mit in den Untergang. Lediglich ein Kleinunternehmen hielt sich: die "Färberei Zötl" in Gutau. Der Name Zötl, dem das heutige Färbermuseum gewidmet ist, hat viele Persönlichkeiten der oberösterreichischen Kulturgeschichte hervorgebracht. Neben Josef Zötl, dem Besitzer der Färberei, der als Handels- und Bildungsreisender nahezu ganz Europa bereiste, machten sich Alois Zötl als Maler und Hans Zötl als Mitinitiator der oberösterreichischen Landeshymne klingende Namen.

Heute kann im Museum eine in sich geschlossene Kultur- und Wirtschaftsgeschichte des Gewerbes der Färber eindrucksvoll nachvollzogen werden.

Betritt man das Färbermuseum in Gutau, so begegnet man in sieben Ausstellungsräumen der einstigen Arbeitswelt der Färber. In den Kupferkesseln des Kesselraumes, der mit einem Ziehbrunnen ausgestattet ist, wurden gesponnene Wolle und Textilien aller Art heiß gefärbt. Der Blaudruck selbst ist ein Kaltfärbeverfahren, bei dem der kostbare Farbstoff Indigo verwendet wird, der ursprünglich aus tropischen Ländern eingeführt wurde. In der "Küpe", einem versenkten riesigen Eichenbottich, wurde das Leinen roh - im Falle von Blaudruck mit "Papp" bedruckt - auf den Sternreifen aufgehängt und in das kalte Indigo getaucht. In der Farbkammer sind noch heute die riesigen Tonbluzer zu sehen, in denen die verschiedenen Säuren, die man zum Färben benutzte, aufbewahrt wurden. Zahlreiche wertvolle Blaudruck-Modeln, die meist aus Lindenholz geschnitzt und ornamentartig mit unzähligen Messingstiften und -stegen versehen wurden, zeugen von der kunstvollen Bearbeitung der Textilien. Musterbücher, das Wanderbuch Josef Zötls und allerlei Zeugnisse runden Gesehenes ab.

Das spektakulärste Objekt des Museums stellt aber eine zwölf Tonnen schwere, gut sechs Meter lange (6,40 m), über 300 Jahre alte und funktionstüchtige Mangel dar. Diese Mangel diente dazu, dem angefärbten und auch rohen Leinen durch fortwährendes Rollen über Holzwalzen dem Stoff den begehrten Glanz zu verleihen. Im Mangelraum erfährt der Besucher auch, wie das Bedrucken des Leinens einst vor sich ging.

Blaudruckstoffe spielten einst im bäuerlichen Haushalt für Kleidung und Wäsche eine bedeutende Rolle. Heute erlebt der Blaudruck eine Renaissance, obwohl es in ganz Österreich nur mehr zwei Blaudruckbetriebe gibt.

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Färbermuseum
St. Leonharder Straße 3
4293 Gutau
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