Museum Pregarten

Kontakt und Öffnungszeiten

Stadtplatz 13
4230 Pregarten

Ausgezeichnet mit dem
Österreichischen Museumsgütesiegel

Registriertes Museum

Mitglied beim Verbund Oberösterreichischer Museen


www.oberoesterreich.at/pregarten

Öffnungszeiten:
April bis Oktober
Samstag, Sonntag und Feiertag: 14:00 bis 18:00 Uhr
Donnerstag: 18:00 bis 21:00 Uhr
und nach Vereinbarung

Nach Angabe des Museums barrierefrei für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen

Eintritt:
Erwachsene: 3,50
Familienkarte: 7,00
Kinder bis 6 Jahre: frei
Schüler, Lehrlinge, Studenten, Präsenz- und Zivildiener, Senioren: 2,50
Schülergruppen ab 12 Kindern: je 1,00
Sonstige Gruppen ab 12 Personen: je 2,50

Auskunft:
Dr. Reinhold Klinger, Tel.: 0664/4159637
Erwin Zeinhofer,Tel.: 0699/12656321

Träger:
Heimat- und Kulturverein Pregarten

Veranstaltungen

Beschreibung

Das 2010 und 2013 völlig neu gestaltete Museum Pregarten präsentiert sich mit den Schwerpunkten Keramik und Weberei. Im Mittelpunkt stehen die Geschichte und die Produkte der "Ersten Oberösterreichischen Steingutfabrik Prägarten", die von 1905 bis zur Stillegung im Jahre 1925 im heutigen Kulturhaus Brückmühle ansässig war. Das Museum Pregarten widmet sich dabei der Vielfalt der Produkte und der Reichhaltigkeit des Dekors, die weitum in der Donaumonarchie Bekanntheit erlangten.

Darüber hinaus informiert das Museum über die Geschichte Pregartens von den jungsteinzeitlichen Anfängen, die zahlreichen Münzfunde und die erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1230 bis hin zur engen Verbindung als Webermarkt und zur Stadterhebung in jüngster Zeit. Moderne elektronische Medien ermöglichen einen Einblick in das vereinseigene Bildarchiv der vergangenen 130 Jahre. Ein eigener Sonderausstellungsraum ermöglicht, jedes Jahr ein neues Thema zu präsentieren.

"Erste Oberösterreichische Steingutfabrik Prägarten K. B. Greiner & Co"
1905 wurde die "Erste Oberösterreichische Steingutfabrik Prägarten K. B. Greiner & Co" auf dem Gelände der "Bruckmühle Nr. 78 in Prägarten" gegründet. Diese verkaufte 1911 ihre Liegenschaften an die "I. O. Ö. Steingutfabrik Prägarten, Gesellschaft mit beschränkter Haftung". 1925 wurde die Fabrik stillgelegt, mit 1. Jänner 1929 wurde die Gesellschaft aufgelöst und am 31. Dezember 1931 gelöscht.

In Zeiten großer Nachfrage waren in der Steingutfabrik bis zu 100 Mitarbeiter beschäftigt. Das Lohnbuch verzeichnet im Laufe dieser Jahre rund 700 Arbeitnehmer aus fast allen heutigen österreichischen Bundesländern, weiters aus den damaligen Kronländern sowie aus Deutschland und Holland. 1911 arbeitete hier u. a. ein Weltenbummler als Modelleur - er  kam aus Port of Spain der heutigen Hauptstadt von Trinidad und Tobago in der östlichen Karibik.

Ein Teil der Produktion ging, mit den entsprechenden fremdsprachigen Aufschriften versehen, in die Kronländer der Monarchie und nach England. Das Produktionsprogramm lässt sich anhand einer aus dem Jahr 1907 erhaltenen "Preis-Liste" belegen. Für einen gehobeneren Kundenkreis waren demnach neben Tafelgeschirr diverse "Haushaltsgarnituren" im Programm, bestehend aus Gemüse- und Gewürztonnen, Essig- und Ölflaschen, Salz- und Mehlbehälter, ergänzt durch Nudelroller, Notiztafel, Milchkannen verschiedener Größe, Gurkenhobel, Sand-, Seifen- und Sodabecher bis zur Küchenuhr.

Die Dekore trugen Namen wie "Elisabeth", "Maria Theresia" oder "Margarita" mit Margeritenblumen, "Delft" mit Windmühlen und "Zwiebel" mit blauem Zwiebelmuster. Weitere Dekore mit Kleeblatt oder geometrischen Mustern erhielten Nummern als nähere Bezeichnung. Ebenso waren die dazu gehörenden Etagèren und Nudelrollerhalter aus Holz im Angebot.

Für die Firmengründung der "Ersten Oberösterreichischen Steingutfabrik K. B. Greiner & Co." waren neben der günstigen Verkehrslage durch die bereits 1872 vollendete Eisenbahnlinie Linz-Budweis, die Wasserkraft der Feldaist sowie die nahen Rohstoffvorkommen - Kaolin, Ton und Sand - ausschlaggebend. Als Brennmaterial wurde Kohle für den Brennofen hauptsächlich aus Tschechien eingeführt.

Seit 2013 sind im Museum Pregarten die Funde aus der Flur "Bachsteiner Tannen" aus Unterweitersdorf neu zu besichtigen. Im Zuge des Baus der Schnellstraße S10 wurden Hügelgräber freigelegt und nun vom Bundesdenkmalamt und der ASFI-NAG für den interessierten Besucher freigegeben. Insgesamt waren 14 Grabhügel sichtbar, mit einem Durchmesser bis zu 25 m und einer Höhe bis zu 2 m. Es waren Brandbestattungen, die Asche wurde auf den Boden der Hügelgräber gestreut und Grabbeigaben dem Toten mitgegeben. Die Hügelgräber stammen aus der späten Bronzezeit, etwa 1300 - 1100 v. Chr.

Linktipp: Forum Oberösterreich Geschichte

Beitrag von Alice Kaltenberger und Alois Scheuwimmer: Das Hafnergewerbe im Unteren Mühlviertel in der Ausstellung "Tonspuren"

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