Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim

Kontakt und Öffnungszeiten

Schlossstraße 1
4072 Alkoven

Ausgezeichnet mit dem
Österreichischen Museumsgütesiegel

Registriertes Museum

Mitglied beim Verbund Oberösterreichischer Museen


www.oberoesterreich.at/alkoven

Öffnungszeiten:
Montag und Freitag 9:00 - 15:00 Uhr
Dienstag bis Donnerstag 9:00 - 16:00 Uhr
Sonn- und Feiertag 10:00 - 17:00 Uhr
Samstag geschlossen

Nach Angabe des Museums barrierefrei für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen

Eintritt:
Gedenkstätte: freier Eintritt;
Eintritt Ausstellung „Wert des Lebens“: 2,00 für Kinder und Jugendliche; 3,00 für Erwachsene

Führung/Vermittlungsprogramme:
Normaltarif für Führungen/ Programme: 5,00 p. P.
Schüler im Klassenverband und Gruppen von Behinderteneinrichtungen: 3,00 p. P.

Für Führungen/Vermittlungsprogramme außerhalb der Öffnungszeiten verrechnen wir eine zusätzliche Pauschale von 50,00

Opferverbände: Eintritt frei

Freiwillige Spenden sind herzlich willkommen.

Auskunft:
Mag. Peter Eigelsberger

Träger:
Verein Schloss Hartheim

Veranstaltungen

Beschreibung

Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim
Das Renaissanceschloss Hartheim wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Camillo Fürst Starhemberg dem OÖ. Landeswohltätigkeitsverein geschenkt, der in Folge eine Pflegeanstalt für geistig und mehrfach behinderte Menschen einrichtete. 1939 wurde der Verein von den Nationalsozialisten enteignet und das Schloss zur Euthanasieanstalt umgebaut, in der zwischen 1940 und 1944 etwa 30.000 von den Nationalsozialisten als "lebensunwert" klassifizierte Menschen ermordet wurden. Sie waren teils PatientInnen aus psychiatrischen Anstalten und BewohnerInnen von Behinderteneinrichtungen und Fürsorgeheimen, teils Häftlinge aus den Konzentrationslagern Mauthausen, Gusen, Ravensbrück und Dachau sowie ZwangsarbeiterInnen. In der Nachkriegszeit erinnerten nur private Gedenktafeln im Arkadenhof an die Euthanasie- und Häftlingsmorde in Schloss Hartheim. 1969 wurden im ehemaligen Aufnahmeraum und in der ehemaligen Gaskammer vom OÖ. Landeswohltätigkeitsverein (heute Gesellschaft für soziale Initiativen m.b.H.) erste Gedenkräume eingerichtet.

Verein
1995 wurde der Verein Schloss Hartheim gegründet, dessen Ziel es war, in Schloss Hartheim einen angemessenen Ort der Erinnerung, des Gedenkens und der gesellschaftlichen Auseinandersetzung über Voraussetzungen und Folgewirkungen der nationalsozialistischen Euthanasie und Eugenik zu schaffen. Im Jahr 2003 wurde aus Mitteln des Landes OÖ und des Bundes mit der Gedenkstätte und der Ausstellung "Wert des Lebens" der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim errichtet.  Mit der Einrichtung der "Stiftung Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim" durch das Land OÖ im Jahr 2005 soll die Finanzierung der Institution dauerhaft gesichert werden.

... zum Leitbild des Vereins.


Gedenkstätte
Die Gedenkstätte umfasst den Nord- und Ostflügel des Erdgeschosses. Sie umfasst sowohl die historischen Räume der NS-Euthanasie, als auch Räume der Dokumentation, die eine umfassende historische Information zur NS-Euthanasie und der Nutzung von Schloss Hartheim als Tötungsanstalt der Nationalsozialisten geben. Durch die historischen Tötungsräumlichkeiten - Gaskammer, Technikraum, Leichenraum und Krematoriumsraum - wurde ein Mauerdurchschnitt gelegt, sodass die Räume nun auf einem Steg durchschritten und die Spuren der NS-Zeit erhalten werden können.  Der Schnitt ist eine Dekonstruktion des vermeintlich authentischen Ortes und wird als solches zur Voraussetzung für eine Annäherung an das historische Geschehen. Für die künstlerische Gestaltung der Gedenkstätte zeichnet sich der oberösterreichische Künstler Herbert Friedl verantwortlich.

Wert des Lebens
Die Ausstellung "Wert des Lebens" zeigt die Entwicklung der Situation behinderter Menschen vom Zeitalter der Aufklärung bis zur Gegenwart. Der Bogen spannt sich von der Einteilung der Menschen in ökonomisch "Brauchbare" und "Unbrauchbare" am Beginn der Industriegesellschaft bis zur aktuellen Forderung nach gesellschaftlicher Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. 

Ziel ist es, Ausstellung und Gedenkstätte zu einem Forum für die aktuellen und historischen Fragen zu machen. Dazu werden pädagogische Bildungsangebote sowohl im schulischen als auch im außerschulischen Bereich der Jugend- und Erwachsenenbildung, insbesondere der beruflichen Weiterbildung gemacht. Die Angebote sind auf der Homepage des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim abrufbar - www.schloss-hartheim.at.


Dokumentationsstelle
Ebenfalls in Schloss Hartheim untergebracht ist die Dokumentationsstelle Hartheim des Oberösterreichischen Landesarchivs. Ihr Auftrag ist das Sammeln, Archivieren und zur Verfügung stellen von für Hartheim relevanten Materialien zur NS-Euthanasie in der Ostmark und im Besonderen zur  Geschichte des Schlosses als NS-Euthanasieanstalt. Damit sollen Recherchen und Forschungen zum Thema vor Ort ermöglicht werden. Eine wesentliche Aufgabe ist zudem das Projekt "Gedenkbuch Hartheim". Im Zuge dieses Projektes wird eine namentliche Erfassung der in Hartheim ermordeten Menschen versucht, um das persönliche Gedenken Angehöriger zu ermöglichen.
Die Dokumentationsstelle Hartheim ist somit wichtige Anlaufstelle für WissenschafterInnen, aber auch für Angehörige von Opfern der NS-Euthanasie.
 

KULTURFORMENHARTHEIM
Die Galerie der KULTURFORMENHARTHEIM im dritten Stock des Schlosses gestaltet in regelmäßigen Zyklen Ausstellungen von Kunstwerken behinderter Menschen und bietet Interessierten Einblick in ihre seit 1982 geführte Kunstsammlung. Die  KULTURFORMENHARTHEIM werden vom Institut Hartheim verwaltet.

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