Hautnah

Wels kann auf eine über 750 Jahre nachweisbare Tradition der Lederherstellung und Lederverarbeitung zurückblicken. Das Handwerk und später die industrielle Fertigung von Leder waren ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Die günstige Möglichkeit mit einer ausreichenden Versorgung für dieses mit Wasser verbundene Gewerbeließ schon früh ein eigenes Viertel entstehen, das westlich von der Stadt lag. Seinen Kern bildeten zahlreiche Ledererhäuser und-werkstätten entlang des Mühlbach-und es gab dem Ledererturm seinen Namen.

Im 19. Jahrhundert wurden die Handwerksbetriebe und kleinen Manufakturen von den Lederfabriken Reichart, Adler und Ploberger abgelöst. Während beide letzgenannten bereits 1934 schlossen, konnte sich die Firma Ferdinand reichart bis 1986 bewähren.

Zu den lederverarbeitenden Gewerben, die Abnehmer des Halbfertigungsproduktes Leder waren, zählten die Sattler, Schuster, Riemer, Gürtler, Nestler, Beutler und Handschuhmacher, die einst alle die Stadt wels vertreten waren.

Einer dieser Berufe, der Sattler wird in dieser Ausstellung besonders vorgestellt. Die Sattlerei Winklmayr gehört nicht nur zu den wenigen noch lederverarbeitenden Betrieben in Wels, sondern sie feiert auch ihr 350-jähriges bestehen. Die umfangreiche Sammlung von Georg Winklmayr wird damit erstmals in der Burg Wels präsentiert.

Museumsinformation