Flechten - Farbe, Gift & Medizin

04.11.2016 - 22.10.2017, Linz, Biologiezentrum Linz des OÖ. Landesmuseums

Die Flechtenformel 1 + 1 = 1 stellt die Lebensgemeinschaft Flechte aus Pilz und Alge sehr prägnant dar. Flechten sind das Schulbeispiel für Symbiose, wobei beide Partner einen Vorteil im Zusammenleben haben. Der Pilzpartner sorgt für Schutz und Wasser. Im Austausch stellen die zur Fotosynthese befähigten Algen dem Pilz Kohlenhydrate zur Verfügung.

Nur diese Lebensgemeinschaft ermöglicht es beiden Partnern extreme Lebensräume zu besiedeln und so als Pioniere zu fungieren. Flechten überleben im Hochgebirge auf blanken Felsen, in der trockensten Wüste und in der klirrenden Kälte der Antarktis. Weder Kälte, Hitze, Wind und Trockenheit können den Flechten etwas anhaben.

Doch leben wir in einem Jahrhundert, wo viele Flechtenarten aussterben. Ein Grund dafür ist die Sensibilität der Flechten auf Luftschadstoffe wie zum Beispiel Stickoxide. Auch die Zerstörung ihrer unmittelbaren Lebensgrundlage wie Altbäume, Granitblöcke oder Magerböden dezimieren die Flechtenpopulationen.

Seit Jahrhunderten werden Flechten von den Menschen in vielfältigster Weise genutzt - ob zum Färben von Wolle, in der Volksmedizin, als Nahrungsmittel oder zur Herstellung von Parfüms. Heute werden Flechtenarten zur Feststellung der Luftqualität als Bioindikatoren verwendet. Auch in der medizinischen Forschung spielen verschiedene Flechtenstoffe wegen ihrer krebshemmenden, antibakteriellen und fungiziden Wirkung eine wichtige Rolle.

Museumsinformation

Biologiezentrum Linz des OÖ. Landesmuseums

J.-W.-Klein-Straße 73, 4040 Linz
Telefon: 0732/7720-52101