Das marchtrenk museum – ein Museum zur Stadtgeschichte Marchtrenks entsteht

Museum innovativ

Im April des Jahres 1998 traf sich über Betreiben des damaligen Kultur-Stadtrates Reinhard Gantner ein Proponentenkomitee zur Gründung eines "Heimathauses" in Marchtrenk. Ich darf zwei Wortmeldungen zitieren: "Wir sprechen von Räumen, die wir nicht haben, von Exponaten, die wir nicht kennen und von Kosten, die wir nicht wissen" und "Jeden Tag geht etwas von der Ortsgeschichte verloren." Der Museumsverein Marchtrenk Welser Heide erhielt bis zum Jahr 2014 eine jährliche Subvention von € 400,-- , die in Aussicht gestellten Räumlichkeiten für ein Museumsdepot wurden von der Stadtgemeinde stets anderweitig benötigt. Im Jahr 2014 ging es unter dem neuen Bürgermeister, Paul Mahr, sehr rasch vorwärts. Es gab im März 2014 den einstimmigen Gemeinderats-Beschluss  ein "marchtrenk museum", ein Museum zur Stadtgeschichte Marchtrenks, in absehbarer Zeit zu beziehen. Erstmals gab es im Budget einen Betrag von € 20.000,--!


Profilierung

Ein klassisches Heimathaus ist derzeit nicht unbedingt gefragt. Früher gemachte archäologische Funde (z. B. aus dem Neolithikum), interessante Sammelstücke (Marchtrenker Wiege, Stampfmühle etc.) befinden sich in diversen Museen in Wels oder Linz. Erschwerend ist, dass der Großteil des Städtischen Archivs "entsorgt" wurde und vieles zur Zeitgeschichte nur durch Zeitzeugengespräche zu erfahren ist. Es soll nunmehr die Geschichte Marchtrenks hauptsächlich im 20. Jahrhundert dokumentiert und dargestellt werden. Marchtrenk hat sich vom "Nesterl in der Heide" (Marchtrenklied aus den 1930er Jahren) zu einer dynamischen Stadt entwickelt.  Schwerpunkte werden das riesige k. u. k. Kriegsgefangenenlager (1914-1918) und die Zuwanderung von vielen heimatvertriebenen Donauschwaben in den 1950er Jahren sein. Bürgermeister Paul Mahr möchte Marchtrenk zum "Zentrum der Heimatvertriebenen" machen. Es soll ein "Erinnerungsschatz", bestehend aus Fotos, Dokumenten, zeitgenössischen Gebrauchsgütern etc. aufgebaut werden. Derzeit gibt es nur ein Museumsdepot. Dankenswerterweise werden wir von den Mitarbeitern des Verbundes  Oberösterreichischer Museen bestens unterstützt, so dass wir gleich mit dem Museumskollektor das Sammeln begonnen haben. Auch die Topothek von ICARUS wir anfangs 2017 implementiert werden.


Die erste Ausstellung

In den letzten zwei Jahren haben Reinhard Gantner und Dr. in Anita Giuliani den Lehrgang für Museumskustoden bei der Akademie für Bildung und Volkskultur besucht. Es wurde der "Marchtrenker Friedensweg" in Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde bzw. dem Bürgermeister geschaffen. 2015 gab es eine sehr große Ausstellung "Nach dem Krieg. Marchtrenk 194- 1955" auf 350 Quadratmetern. Es gibt eine gut betreute Homepage und einen eigenen YouTube-Kanal.

Der vor einem Jahr gegründete Arbeitskreis (15 - 20 interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) bringt sich verstärkt ein. Gemeinsam werden zahlreiche Museen und Landesausstellungen besucht. Es gibt auch viele  Anfragen an den Museumsverein, zuletzt sogar aus Amerika.


Wichtig wird sein, einige Räume als ständige Ausstellung zu konzipieren um das (spärliche) kulturelle Erbe zu bewahren, um Wissen über die Heimatgemeinde zu vermitteln und um in dieser starken Zuzugsgemeinde Identität zu stiften. Noch wichtiger erscheint mir, dass Räumlichkeiten für Wechselausstellungen geschaffen werden. Hier gibt es interessante Vorbilder, z. B. Schloss Tollet bei Grieskirchen.

Da in Marchtrenk in früheren Jahren, ja Jahrzehnten wenig Interesse an der eigenen Geschichte bestand, ist es eine sehr interessante, aber auch belastende Aufgabe ein Museum aufzubauen. Wir sind für jede Unterstützung, jedes Gespräch, jedes Exponat sehr dankbar.

Autor: Reinhard Gantner (Obmann des Museumsvereins Marchtrenk - Welser Heide)


Museumsinformation

Sie finden uns im Gemeindezentrum , Linzer Straße 43 (FF Marchtrenk, Landesmusikschule), in der früheren Ordination von Dr. Ahmadian.

Öffnungszeiten: Jeden Freitag von 9:00 - 12:00 Uhr bzw. nach telefonischer Vereinbarung (Reinhard Gantner: Tel.Nr. 07243/52662 oder 0664/4110999, Mail: reinhardgantner(kwfat)aon(kwfdot)at).