Eisenbrücke, ca. 1934

© unbekannter Fotograf; Quelle: NORDICO Stadtmuseum Linz

EINE ERZÄHLUNG IN BILDERN - Die Sammlung Fotografie des NORDICO Stadtmuseum Linz

Museum innovativ

Das NORDICO verfügt über eine umfangreiche Sammlung von annähernd 60.000 Fotografien. Es handelt sich dabei um Belege für die Fotografie in Österreich beginnend vom 19. Jahrhundert bis heute. Der inhaltlich gesetzte Fokus ist, dem Sammlungsschwerpunkt eines Stadtmuseums folgend, die Stadt Linz selbst.


Die Fotografien wurden in den letzten Monaten eingescannt, in die digitale M-Box übertragen und beschlagwortet, wobei dieser Prozess noch nicht abgeschlossen ist. Im Moment ist ein vorläufiges Zwischenergebnis monatelanger intensiver Arbeit im Hintergrund des Museums erreicht. Die Fotosammlung wurde akribisch aufgearbeitet, katalogisiert und digitalisiert. Ziel dieser umfangreichen Aufarbeitung dieses Sammlungsbereiches ist es, Kontexte aufzeigen sowie die Fotografie und ihre Erzählungen in einen gesellschaftlichen und politischen Zusammenhang zu stellen. Dadurch wird ein enormer Schatz an Erinnerungen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, ein breites Spektrum an Funktionszusammenhängen eröffnet sich für den Rezipienten. Die Veröffentlichung der Bestände auf der Homepage des NORDICO Stadtmuseum Linz wird vorbereitet. Das Projekt wurde durch eine größere Förderung des Bundeskanzleramtes unter Mitwirkung von einem Team von jungen Wissenschaftlern und ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern ermöglicht.


Der Fotobestand setzt sich aus den großen Konvoluten der Sammlungen Anton Maximilian Pachinger, Julius Wimmer und die des Lichtbildarchives der Stadt Linz sowie kleinerer Kontingente wie von Richard Tauber oder von den Mitgliedern der Linzer Schule der Weichzeichner zusammen. Einige hunderte Visitenkartenporträts sowie zeitgenössische und künstlerische Fotografien ergänzen die Sammlung. Durch gezielten Ankauf sowie durch Schenkungen wurde der Bestand in den letzten Jahren kontinuierlich erweitert. Die Größe der Sammlung und ihre Besonderheit werden in Zukunft einige neue Interpretationen und Sichtweisen sowie Kontextualisierungen ermöglichen.

KLICK! Linzer Fotografie der Zwischenkriegszeit. Von Berufsfotografen, Amateuren und Knipsern / 15.4.-11.9.2016

Im Fokus dieser Ausstellung stehen Fotografien aus Linz aus der Zeit zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und März 1938. Das "Restösterreich" nach dem Ersten Weltkrieg wurde von vielen zunächst für nicht überlebensfähig gehalten. Not, Armut und Arbeitslosigkeit belasteten auch in Linz einen Großteil der Bevölkerung. Dennoch war die Zeit zwischen den Kriegen auch eine dynamische Phase, in der viele öffentliche Bau- und Sozialprojekte realisiert wurden. Die Ausstellung vereint unterschiedliche Aspekte der Fotografie: historisch bedeutsame Fotodokumente, aber auch privat geknipste Schnappschüsse, die individuelle Schicksale in dieser Zeit beleuchten.

Im Bereich der Kunstfotografie stechen die Amateurfotos von Heinz Bitzan, Michael Neumüller, Alfred Schausberger, Alois Schwarz, Helene Clodi-Titze und Karl Treml hervor. Auch die Linzer Atelierfotografie wird anhand von Werken aus den Nachlässen der Berufsfotografen Hans Razinger und Wolfgang Pflanz exemplarisch abgebildet. In der Ausstellung vereint u. a. Fotos folgender Fotografen: Ludwig Aspöck, Heinz Bitzan, Helene Clodi-Titze, Raimund Czerny, Elli Fürböck, Ernst Fürböck, Max Himsl, Otto Kaiser, Max Kolar, Franz List, Dr. Maritschnig, Franz Michalek, Ferdinand Nenning, Michael Neumüller, Wolfgang Pflanz, Hans Razinger, Fotoatelier Rund, Josef Scherb, Alois Schwarz, Robert Stenzel, Alfred Tisserand, Karl Treml, Franz Josef Weidinger, Josef Wittmann und Hans Wöhrl.

Autorin: Andrea Bina (Leiterin des NORDICO Stadtmuseum Linz)

Museumsinformation

NORDICO Stadtmuseum Linz

Dametzstraße 23, 4020 Linz
Telefon: 0732/7070-1912
Internet: www.nordico.at