Mit QR-Codes durch das Bezirksmuseum Herzogsburg in Braunau

Museum innovativ

Begleitend zur Sonderausstellung 100 Jahre Marineakademie Braunau, die vom 26. Juni bis zum 26. September 2015 im Bezirksmuseum Braunau zu besichtigen ist, wurde ein spezielles museumspädagogisches Konzept für Schulen, Sekundarstufe II, entwickelt.

Beim Besuch der Ausstellung sollen die Schülerinnen und Schüler in kooperative, heterogene Kleingruppen mit vier bis fünf Personen eingeteilt werden. Jede Gruppe erhält einen selbst gewählten Gruppennamen, der einerseits Identität erzeugt und andererseits bei der Identifizierung und Zuordnung der diversen Arbeiten helfen soll. Anschließend bewegen sich die Kleingruppen selbstständig im Bezirksmuseum. Die begleitenden Lehrerinnen und Lehrer unterstützen die Schülerinnen und Schüler bei Fragen oder anderen Anliegen.

Mit QR-Codes durch's Museum

Die einzelnen Kleingruppen fotografieren die Original-Exponate der Sonderausstellung (Schautafeln mit Text und Bildmaterial, Briefe, Dokumente, Uniformen und Schiffsmodelle der k.u.k. Marine usw.) und auch ihre Teamaktivitäten. Über die QR-Code-Stationen in der Sonderausstellung erhalten die Schülerinnen und Schüler weitere Informationen zur Geschichte der Marineakademie Braunau. Dazu brauchen sie nur den QR-Code-Reader zu starten und ihr Smartphone auf den QR-Code zu richten. Dieser wird automatisch eingescannt und schon werden die Jugendlichen auf die entsprechende Webseite weitergeleitet. Diese Webseite speichern die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Smartphone, um auch später bei einer Nachbearbeitung des Themas im Klassenzimmer wieder auf diese Informationen zugreifen zu können.


Vielseitige Anwendung

Um eines gleich vorwegzunehmen: Diese Art des außerschulischen Unterrichts ist nicht auf die hier vorgestellte Sonderausstellung beschränkt, sondern kann in jedem Museum, an jedem Ort, in jeder Stadt ohne größeren Aufwand individuell an die spezifischen Bedürfnisse angepasst werden.

In Zeitschriften, auf Plakaten, auf Lebensmittelverpackungen und vor allem in der Werbung sind QR-Codes mittlerweile weit verbreitet. Ein QR-Code (Englisch für Quick Response, auf Deutsch: "schnelle Antwort") ist eine Form der Verschlüsselung, um Web-Adressen, kürzere Textnachrichten, aber auch Geo-Daten zu codieren. Ein Smartphone mit QR-Code-Reader erkennt und entschlüsselt diese Informationen. Handelt es sich dabei um eine Webadresse - wie bei den QR-Code-Stationen in der Sonderausstellung -, erfolgt die automatische Weiterleitung auf die entsprechende Webseite; bei Geo-Daten - wie zum Beispiel bei QR-Codes für die digitale Stadtrallye - wird ein beliebiger Ort - in unserem Fall ein Originalschauplatz der k.u.k. Marineakademie - direkt in Google Maps anzeigt. Über die Aktivierung der Routenfunktion von Google Maps können sich die Schülerinnen und Schüler, ähnlich wie bei einem Navigationssystem, bequem und einfach in der Stadt leiten lassen.

Für einen reibungslosen Ablauf des museumspädagogischen Angebots gilt es Folgendes zu beachten: Viele aktuelle Smartphones sind bereits mit einer QR-Code-Reader-Software sowie Google Maps ausgestattet. Ist die entsprechende Software jedoch noch nicht auf den Smartphones vorhanden, empfiehlt es sich die Installation der beiden kostenlosen Programme vor dem eigentlichen Museumsbesuch durchzuführen.

Eine digitale Stadtrallye mit vier Stationen

Am Ende des Ausstellungsrundgangs im Bezirksmuseum erhalten die Schülerinnen und Schüler ein laminiertes A4-Blatt, auf welchem vier alte Ansichten von Originalschauplätzen aus der Geschichte der k.u.k. Marineakademie Braunau zu sehen sind. Neben jeder alten Ansicht befindet sich ein QR-Code (Geo-Daten), der die Schülerinnen und Schüler mittels einer digitalen Stadtrallye via Google-Maps zu diesen Originalschauplätzen leitet. Die Jugendlichen können also eine Erkundungstour durch die Stadt beginnen.

Auch wenn ein Museum ein geschichtliches Thema professionell für Schülerinnen und Schüler aufbereitet, so bleibt Geschichte häufig abstrakt und wird trotz multimedialer Präsentation als Aneinanderreihung von Daten und Fakten empfunden. Durch den direkten Vergleich historischer Fotos zur aktuellen Ansicht der Originalschauplätze wird Geschichte lebendig und "begreifbar".


Die vier Stationen der digitalen Stadtrallye im Überblick

1) Originalschauplatz Salzburger Torkaserne: Der eigentliche Kasernenbereich war auf mehrere Gebäude verteilt, die Kaserne in der Salzburger Vorstadt 13 mit dem Haupttor und die so genannte Notkaserne beherbergten die eigentliche Marineakademie.

2) Originalschauplatz Sparkassenkaserne: In der so genannten Sparkassenkaserne, Kaserngasse 1, befanden sich die Seeaspirantenschule, die Mannschaftsräume, die Gemeinschaftsbäder und die Wäscherei.

3) Originalschauplatz Bürgerspitalskirche: In der Braunauer Spitalskirche fanden zu Beginn eines neuen Jahrganges und bei der Ausmusterung der einzelnen Jahrgänge feierliche Gottesdienste für die k.u.k. Marineakademie statt, der alle Mannschaften, das Professorenkollegium und die Offiziere beiwohnten. Diese Marinegottesdienste wurden auch von der Braunauer Bevölkerung sehr zahlreich besucht.

4) Originalschauplatz Innlände an der Enknachmündung: Zu Übungszwecken wurden 1915 mehrere kleine Marineboote mit dem Zug nach Braunau am Inn transportiert. An der Innlände schaukelten sich freundlich einladend die kleinen Marineboote. Diese waren für die Braunauer Bevölkerung ein ungewohnter Anblick. Leider erwies sich der Inn mit seinen gefährlichen Strömungen und Untiefen als völlig ungeeignet für jegliche Art maritimer Übungen.

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.marineakademie-braunau.com


Autor: Manfred Rachbauer (Bezirksmuseum Herzogsburg, Braunau am Inn)

Museumsinformation

Bezirksmuseum Herzogsburg

Altstadt 10, 5280 Braunau am Inn
Telefon: 07722 808-237
Internet: www.braunau.at