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Museumsthema des Monats Standards im Museum setzen! – Das Österreichische Museumsgütesiegel Ein Museum wird international als „gemeinnützige ständige Einrichtung, die der Gesellschaft und ihrer Entwicklung dient, der Öffentlichkeit zugänglich ist und materielle Zeugnisse des Menschen und seiner Umwelt für Studien-, Bildungs- und Unterhaltungszwecke sammelt, bewahrt, erforscht, vermittelt und ausstellt“ definiert. Damit Museen diesen komplexen Aufgaben auch in Zukunft gerecht werden können, benötigen sie eine systematische Unterstützung ihrer Qualitätssicherung auf der Basis von Standards. Notwendig sind Qualitätsstandards im Museum deshalb, da in Österreich die Bezeichnung „Museum“ nicht so wie in anderen europäischen Ländern durch gesetzliche Rahmenbedingungen definiert und damit geschützt ist. Beim gegenwärtigen Stand der Diskussion kann jedermann die Benennung „Museum“ ohne Einschränkung für jegliche Art von Zurschaustellung von Gegenständen und ähnlichem benutzen. Vorstöße auf europäischer Ebene, Standards im Museum zu setzen, gingen von Großbritannien aus. 1988 vergab Großbritannien als erstes Land in Europa das Zertifikat „registered museum“. Bewertet wird dabei die Erfüllung von Mindeststandards. 1999 folgten die Niederlande mit dem Nederlands Museumsregister, das eng an das britische System angelehnt ist. Diese beiden Qualitätsmanagementsysteme waren und sind Vorbilder für alle weiteren Initiativen auf europäischer Ebene. In Österreich wurde unter der Federführung von ICOM Österreich (International Council of Museum, Nationalkomitee Österreich – eine Tochterorganisation der UNESCO mit Sitz in Paris) im Jahr 2001 das „Österreichische Museumsgütesiegel“ initiiert, um die „echten Museen“ vom Wildwuchs abzugrenzen und Museen die Möglichkeit einer Orientierung zu geben. Gemeinsam mit dem Museumsbund Österreich (nationale Standesvertretung der Museen in Österreich) wird das nach internationalen Richtlinien erarbeitete und auf fünf Jahre gültige Museumsgütesiegel seit 2002 verliehen. Ziel des Museumsgütesiegels ist die Anpassung sowie allgemeine Hebung des Niveaus und der Qualität im österreichischen Museumswesen. In diesem Kontext bedeutet die Verleihung des Museumsgütesiegels einen öffentlichen Nachweis, dass ein Museum eine Verantwortung zur Bewahrung des kulturellen Erbes für nachfolgende Generationen übernimmt, dass Museumsbesucher eine qualitätsvolle Präsentation und ein Mindestniveau an Serviceleitungen erwarten können und, dass das Museum, sein Träger und seine Mitarbeiter den „Kodex der Berufsethik“ („Code of Ethics“) anerkennen. Damit haben Museen gleichzeitig die Möglichkeit, sich in der Öffentlichkeit als Einrichtung vorzustellen, der ein gesteigertes Vertrauen entgegengebracht werden kann, da man als gemeinnützige öffentliche Einrichtung verantwortungsvoll und nachhaltig mit den anvertrauten Kulturgütern umgeht. Zu den Mindeststandards zählen eine langfristig ausgelegte rechtliche Basis, eine gesicherte finanzielle Grundlage, die fachgerechte Dokumentation und Inventarisierung von Sammlungsobjekten, eine konservatorisch richtige und sichere Aufbewahrung von Exponaten, ein Mindestmaß an Öffnungszeiten garantiert wird und eine wissenschaftliche Bearbeitung der Sammlungsbestände ermöglicht.
In Oberösterreich tragen derzeit 30 Museen das Museumsgütesiegel, womit sich Oberösterreichs Museen im gesamtösterreichischen Vergleich im Spitzenfeld befinden. Zu den ausgezeichneten Museen zählen beispielsweise das Freilichtmuseum Großdöllnerhof in Rechberg, das Evangelische Museum Oberösterreich in Rutzenmoos, das Hinterglasmuseum in Sandl, das Stadtmuseum Schärding, das lebensspuren.museum in Wels, Lehar-Villa und Stadtmuseum Bad Ischl, das Museum Hallstatt, das Messerermuseum in Steinbach, das Lignorama in Riedau, das Museum Lauriacum in Enns, das OÖ Schulmuseum in Bad Leonfelden, das Musikinstrumentenmuseum Kremsegg, das Stadtmuseum Leonding und die Oö. Landesmuseen. 2007 wurde der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim und das Österreichische Papiermachermuseum Laakirchen-Steyrermühl mit dem Museumsgütesiegel ausgezeichnet.
Aktuell erarbeiten Museumsbund Österreich und ICOM Österreich gemeinsam weitere Qualitätsparameter, um kontinuierlich die heimische Museumsqualität zu steigern.
Weiterführende Informationen: http://www.icom-oesterreich.at/guetesiegel.html http://www.ooemuseumsverbund.at/de_museumsguetesiegel_56.html
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