Museumstipp des Monats Dezember 2009: Museum Mechanische Klangfabrik – Mechanische Musikinstrumente

MusikboxMuseumsgütesiegelverleihung 2009 an das Museum mechanische KlangfabrikTanzorgel Antwerpen 1925
Museum Mechanische Klangfabrik – Mechanische Musikinstrumente
TuK Vonwiller            Stelzen 60, 4170 Haslach an der Mühl
Telefon: 07289/71557 oder 07289/72300
E-Mail:
Internet: www.mechanischeklangfabrik.at

Museum Mechanische Klangfabrik Haslach –
ausgezeichnet mit dem Österreichischen Museumsgütesiegel

Im Rahmen des Österreichischen Museumstages in Linz wurden am 16. Oktober 2009 die Österreichischen Museumsgütesiegel verliehen. Die Bezeichnung „Museum“ ist in Österreich durch kein Gesetz definiert und somit nicht geschützt, daher kann sich letztlich jeder „Museum“ nennen, der Gegenstände jeglicher Art zur Schau stellt. Um „echte“ Museen vom Wildwuchs abzugrenzen, wurde das Museumsgütesiegel eingeführt, welches ICOM Österreich (International Council of Museums, Nationalkomitee Österreich) nach internationalen Richtlinien ausgearbeitet und gemeinsam mit dem Österreichischen Museumsbund beschlossen hat. Das Gütesiegel ist als Lohn für die qualitätvolle Arbeit der Museumsbetreiber zu verstehen und soll zudem einen klaren Auftrag für die Zukunft darstellen. 96 Museen bekamen das Gütesiegel für fünf Jahre verlängert. Unter den sieben neu ausgezeichneten Museen befindet sich auch eines aus Oberösterreich: das Museum Mechanische Klangfabrik in Haslach.

Ziel war und ist es, dass ein „richtiges“ Museum Verantwortung zur Bewahrung des kulturellen Erbes übernimmt und die Besucherinnen und Besucher in einem „ausgezeichneten“ Museum ein Mindestniveau an Präsentation und Serviceleistung erwarten dürfen. Für die Erlangung des Österreichischen Museumsgütesiegels, das seit 2002 verliehen wird, sind aber auch weitere Mindeststandards wie etwa eine verbürgte Öffentlichkeit der Sammlung, eine gesicherte rechtliche Basis sowie eine bestimmte Anzahl von Öffnungstagen pro Jahr ausschlaggebend. Zudem sind eine wissenschaftliche Registrierung und ein dementsprechend restauratorischer Zustand der Sammlung erforderlich, um das Gütesiegel zu erhalten. 

Phonograph um 1895Tischklavier "Orpheus"Tanzorgel DeCap Antwerpen 1955
 


All diese Kriterien erfüllt das engagiert geführte Museum Mechanische Klangfabrik in Haslach an der Mühl in hohem Maße. Dessen Entstehen ist dem Enthusiasmus des Haslachers Erwin Rechberger zu verdanken, der Musikautomaten aus ganz Europa sammelte und wieder funktionstüchtig machte.
In der Klangfabrik kann man nun eintauchen in eine zauberhafte und manchmal auch skurrile Welt: Drehorgeln und Drehleiern, Spielwerke, Grammophone, automatische Klaviere, eine mechanische Geige, nostalgische Radios und peppige Musikautomaten illustrieren die Entwicklung der mechanischen Musikinstrumente vom Barock bis in die Gegenwart. Einst sorgten diese Automaten in Salons, Tanzsälen, Cafés und Wirtshäusern für Unterhaltung. Heute findet man sie alle versammelt in den Räumlichkeiten der ehemaligen Haslacher Textilfabrik Vonwiller, deren Bausubstanz vorbildlich revitalisiert wurde und der Mechanischen Klangfabrik nun eine Bleibe bietet. Präsentiert werden die rund 160 Objekte überaus ansprechend nach modernsten technischen Standards. Außerdem sind alle Räumlichkeiten barrierefrei gestaltet.

Musikautomat KaiserblickSpielwerk Monopol 1880Prozessionsorgel

Kuriose Klangwelten
Das Besondere an der Sammlung ist aber, dass die Automaten und Instrumente voll einsatzfähig sind und im Rahmen der spannenden Museumsrundgänge auch zum Klingen gebracht werden: Ungewohnte und vertraute Klangeindrücke lassen aufhorchen und animieren zum Wippen im Rhythmus der Musik. Und wer Lust dazu verspürt, kann zu den  flotten Klängen aus den Tanzorgeln und Musikboxen auch das Tanzbein schwingen, vielleicht sogar am nachgebauten Marktplatz direkt im Museum.
Informative Raumtexte vermitteln zudem Wissenswertes über technische Details sowie die Geschichte der Musikautomatisation. Oder haben Sie etwa gewusst, dass diese ihren Ursprung bereits in der Antike – u. a. mit raffiniert konstruierten Wasserorgeln – genommen hat? Eine Fahrt nach Haslach lohnt sich also in jedem Fall, zumal in der Marktgemeinde an der Mühl noch eine Reihe weiterer Museen auf Ihren Besuch wartet.