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Medizinmuseum Oberösterreich
Seit der Gründung des "Vereins Medizinmuseum Oberösterreich", dessen Ziel die umfangreiche Erarbeitung und Präsentation der Geschichte des Gesundheitswesens im Bundesland Oberösterreich ist, konnten mit der Ausrichtung von bereits mehr als 100 Wanderausstellungen und der Bereitstellung von Depoträumlichkeiten für laufend gesammelte Ausstellungsobjekte bedeutende Schritte in Richtung Institutionalisierung und Museumsgründung erzielt werden. Der Verein besteht überwiegend aus Fachleuten unterschiedlicher medizinischer Fachbereiche, die sich neben und nach ihrer langjährigen beruflichen Tätigkeit die Aufgabe gestellt haben, Möglichkeiten und Grenzen der heutigen Medizin und die historische Entwicklung eines für uns heute selbstverständlichen medizinischen Standards für breite Bevölkerungsschichten und insbesondere für Eltern, Lehrer und Schüler aufzuzeigen und in verständlicher Form darzustellen. Die enge Zusammenarbeit des Vereins mit dem Josefinum, dem medizinhistorischen Institut der Universität Wien, steht für verbürgte Qualität der präsentierten Inhalte. Ein zentrales Anliegen der engagierten Vereinsmitglieder ist es auch, mit ihrer Arbeit das Bewusstsein um die Eigenverantwortlichkeit für Gesundheitsvorsorge zu schärfen.
Mit der Gewinnung der Ärztekammer für die Bereitstellung eines ständigen Schauraumes zur Bespielung von Dauerausstellungen setzte der "Verein Medizinmuseum" vor kurzem einen weiteren Meilenstein seiner engagierten Arbeit.
Die erste Ausstellung, die seit September 2006 im Foyer der Ärztekammer zu besichtigen ist, widmet sich der "Medizin der Römerzeit". In Zusammenarbeit mit dem Museum Lauriacum in Enns zusammengestellt, bietet sie mittels Schautafeln und beeindruckenden Exponaten aus dem römerzeitlichen Enns Einblicke in eine hoch entwickelte medizinische Fachwelt zur Zeit des provinzialrömischen Oberösterreich. Im 3. Jahrhundert n. Chr. wurde zur Sicherung der Grenzverteidigung nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in Albing in Lauriacum ein Militärlager errichtet, in welchem die legio II italica stationiert war, die bis zu 6.000 Soldaten umfasste. Auf dem Gelände des Militärlagers wurden viele Überreste und Hinweise über medizinische Versorgungsmaßnahmen aus der Römerzeit gefunden, die nun erstmals in Form einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Im römischen Imperium nahmen insbesondere Sport und Hygiene einen hohen Stellenwert ein: körperliche Ertüchtigung galt als zentraler Faktor für ein gesundes Leben. So besaßen wohlhabende Bürger in Lauriacum eigene Hausbäder mit Kalt- und Warmbade- sowie Saunaräumen und selbst für ärmere Bevölkerungsschichten wurden öffentlich zugängliche Bäder errichtet. Für Soldaten und Zivilpersonen standen eigene Krankenhäuser zur Verfügung und es fanden – wie zahlreiche Funde bestätigen – neben hoch entwickelten chirurgischen Instrumenten zur Patientenbehandlung auch eine Vielzahl an Heilkräutern in römischen Hospitälern Verwendung. Auch einfache Operationsmethoden, die sich nicht wesentlich von unseren heutigen chirurgischen Eingriffen unterscheiden, wurden bereits von den Römern praktiziert. Neben dem umfangreichen medizinischen Fachwissen legte man Wert auf einen erfolgreichen Heilungsverlauf, der durch die Wahl des Ortes für Krankenanstalten begünstigt wurde: In diesem Sinne befanden sich Krankenhäuser abseits der Legion im Grünen und fern vom Lärm des Alltags. So konnten sich die Kranken in idealer Weise und möglichst rasch erholen.
Neben chirurgischen Instrumenten und Heilungsverfahren bietet die Ausstellung auch Einblicke in die personellen Strukturen römerzeitlicher Medizinalpraxis.
Die Ausstellung "Medizin zur Römerzeit" in der Ärztekammer ist noch bis Ende Jänner 2007 zu besichtigen. Ab März 2007 folgt eine neue Ausstellung, die sich dem Thema der "Medizin der alten Griechen" widmen wird.
Kontakt:
Verein Medizinmuseum OÖ./ Ärztehaus
Dinghoferstraße 4, 4020 Linz
Tel.: 0732/ 77 83 71 – 319 (Fr. Probst)
Fax: 0732/ 78 36 60 – 319
Öffnungszeiten (der Ärztekammer)
Mo- Do: 8.00-16.00, Fr: 8.00-12.00
Gruppenführungen sind nach telefonischer Anmeldung individuell zu vereinbaren.
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